Holz statt Plastik
Holz statt Plastik
Creative Director Paul Cross sprüht geradezu vor guter Laune als er zusammen mit Produzent Nao Higo die Präsentation beginnt. Er erklärt, dass er noch vor zwei Jahren keinen blassen Schimmer vom Gitarrespielen hatte, jetzt steht er mit einer umgehängten hellbraunen Epiphone Les Paul vor uns, die in einen PC in Form eines Verstärkers vom Hersteller Orange eingestöpselt ist und blättert durch das Menü. Das Ziel der Entwickler war es, dass Menschen, die noch nie eine Klampfe in der Hand hatten, nach und nach die nötigen Kenntnisse gewinnen die enthaltenen Songs so gut wie möglich mitspielen zu können. Doch anstatt wie bei anderen Spielen dieser Art ausschließlich mit einem Plastikinstrument vor dem Bildschirm zu hantieren, soll die Technik einer richtigen Gitarre gelehrt werden, sodass ihr auch außerhalb eures Wohnzimmers Leute mit euren Fähigkeiten beeindrucken könnt. Zu diesem Zweck könnt ihr per mitgeliefertem Adapter jede handelsübliche Gitarre mit Tonabnehmer anschließen, welche über eine Buchse für ein Gitarrenkabel verfügt. Für viele Anfänger ist der hohe Preis einer Gitarre samt Verstärker und sonstigem Equipment eine erste große Hürde, deshalb bietet euch Rocksmith nicht nur einen virtuellen Verstärker, auf der Disc befinden sich auch zahlreiche Effektgeräte in Form von Verzerrern und Wahwah-Pedalen, die ihrerseits noch in Bereichen wie Tempo oder Klangfarbe angepasst werden können. So habt ihr die Gelegenheit verschiedene Setups auszuprobieren und den Gitarrensound nach eurem Geschmack zu variieren.
Bevor es losgeht muss die Gitarre natürlich gestimmt werden, daher ist Rocksmith mit einem virtuellen Stimmgerät ausgestattet. Klingt eine der Saiten unsauber, wird das auch von der Software erkannt und ihr werdet darauf hingewiesen. Das Stimmen klappt kinderleicht und binnen weniger Sekunden habt ihr euer Instrument wieder betriebsbereit gemacht. Natürlich wird kein Anfänger Songs wie "Run Back to Your Side" auf Anhieb spielen können, also werden euch anhand zahlreicher Tutorials zunächst grundlegende Fakten und Techniken beigebracht. So schlagt ihr zu Beginn nur einzelne Saiten, später dann zusammen mit dem passenden Bund und anschließend ganze Akkorde. Wenn ihr euch an einen neuen Song herantastet, ist es keine schlechte Idee zunächst die Akkorde zu proben, zum Glück könnt ihr auf Wunsch auch einzelne Passagen wie Intro, Bridge oder Solo üben. Fortgeschrittene Techniken wie Bends, Slides und Pull-Offs werden euch anhand separater Einführungen mit Fotobeispielen gezeigt. Solltet ihr wiederholt an einer Übung scheitern, wird euch mit einem kurzen Video noch einmal gezeigt, wie die Fingerbewegungen genau aussehen. Diese zahlreichen Hilfestellungen sollen dafür sorgen, dass die Lernkurve hoffnungsvoller Nachwuchsgitarristen steil nach oben zeigt. Vorausgesetzt, dass ihr regelmäßig übt, denn ansonsten sind auch die besten Tutorials vergebliche Liebesmüh.
