Vorschau von Wladislav Sidorov | Vom 12.12.2016 - 16:17 Uhr - Kommentieren
Super Mario Run Screenshot

Es ist eine Revolution im Hause Nintendo: Mit Super Mario Run erscheint erstmals ein vollwertiges Spiel aus dem japanischen Hause für ein Smartphone. Obwohl man den Titel eigentlich nur mit einer einzigen Hand spielt, bleibt es dennoch ein vollwertiges Mario-Jump'n'Run zum äußerst erschwinglichen Preis. Wir durften Super Mario Run bereits vorab anspielen und geben euch einen Ausblick auf des Klempners neuestes Hüpf-Abenteuer.

Mehr als 30 Jahre lang hält sich Super Mario mit zahlreichen Sport-, Hüpf- und Weltuntergangsabenteuern fit und musste dabei stets mit der Zeit gehen. Auch wenn der Klempner mittlerweile immer öfter dreidimensionale Welten erlebt, verbleibt sein Herz stets in einer zweidimensionalen Umgebung.

Nach unzähligen Konsolen-Abenteuern kommt Mario 2016 endlich auch auf euer Handy. Super Mario Run klingt zunächst wie ein gewöhnlicher Endlos-Runner, allerdings bietet der Titel tatsächlich eine recht gewöhnliche Jump'n'Run-Erfahrung, die wie gewohnt bis ins kleinste Details aufpoliert wurde. Auch wenn der Titel wie manch vermeintlicher Konkurrent nur mit einer Hand steuerbar ist, ist es vor allem eine spaßige und herausfordernde Mario-Erfahrung.

Renn, Mario, renn!

Den wohl interessantesten Teil von Super Mario Run dürften die Welten (Modus: World Tour) bilden, die auf demselben Prinzip der klassichen Mario-Ableger basieren. Wir steuern Mario, oder die zahlreichen weiteren freischaltbaren Charaktere wie Luigi oder Yoshi, und sprinten mit ihm in Richtung Ziel. Mario läuft grundsätzlich immer nach vorne - es sei denn, wir greifen mit einem kleinen Tipp auf den Bildschirm ein. Bei bestimmten Objekten, wie Blöcken oder Wänden, können wir Mario dazu zwingen für kurze Zeit in die andere Richtung zu laufen.

Das ist oftmals nötig, wenn wir alle verfügbaren Münzen in einem Level schnappen wollen. Denn Münzen spielen endlich wieder eine große Rolle, sie entscheiden über Highscore und sorgen dafür, dass wir neue Inhalte freischalten können. Manche Level sind außerdem so konstruiert, dass wir spezielle Kniffe durchführen müssen, um am Ende durch die Ziellinie zu kommen.

Ein klassisches Mario?

Mario springt automatisch über kleine Hindernisse und Gegner, das heißt jedoch nicht, dass wir nicht besiegt werden können. Kommen wir von unten an einen Gegner oder stürzen in einen Abgrund, verlieren wir entweder ein Leben oder ein Powerup und werden so zum Beispiel kleiner. Hin und wieder stolpern wir über Stop-Felder, die unsere Figur anhalten lassen. Mit einem weiteren Klick auf den Bildschirm laufen wir weiter und entscheiden uns mitten im Sprint für eine bestimmte Route.

Eine begrenzte Anzahl an sogenannten Blasen steht bei jedem Durchlauf zur Verfügung, diese bringen und zurück zum Start des Sidescrolls-Levels. Mit einem Klick auf den Bildschirm lassen wir die Blase platzen und sorgen so dafür, dass wir uns einen gewünschten Spawnpoint aussuchen können.

Verlieren wir alle Blasen oder schaffen es in der vorgegebenen Zeit nicht, in die Zielgerade zu kommen, ist der gesamte Durchlauf hinfällig. Schaffen wir das Level, schalten wir in der Welt das nächste von insgesamt vier Leveln frei, um uns am Ende dem großen Boss-Kampf in der Browser-Burg zu stellen und die nächste Welt freizuschalten. Insgesamt gibt es sechs Welten, die im Design jeweils völlig unterschiedlich sind. 

Varrierende Level

Jedes einzelne Level verfügt zunächst über fünf pinke Münzen, die in festgelegten Bereichen platziert sind. Sammelt ihr alle fünf Münzen ein - um das Level zu schaffen, ist dies nicht notwendig - schaltet ihr einen neuen Modus für das jeweilige Level frei. Der gesamte Verlauf des Levels verändert sich dann, jetzt gilt es fünf lilane Münzen freizuschalten. Die sind an kniffligeren Positionen platziert, für euch gilt es nun, die mit oftmals äußerst gewagten Sprüngen zu fangen.

Hier muss oftmals um die Ecke gedacht werden und das, während man sich gerade mitten im Sprint befindet und nur selten mal zur Ruhe kommt. Ja, teilweise muss auch ein Suizid sein, um mit der Blase eine zweite Chance zu erhalten, um eine Münze zu erhalten. Sind die 5 lilanen Münzen alle gesammelt worden, folgt der nächste und jeweils letzte Modus pro Level: Jetzt sollen fünf schwarze Münzen geschnappt werden und das hat nichts mehr mit gemütlichem Mario-Spaß zu tun, sondern ist eine echte Herausforderung.

Jedes Level steigert sich so immer weiter im Schwierigkeitsgrad, aus einem einfachen Level werden so gleich drei. Die drei sehen zwar im Hintergrund identisch aus, der Fokus liegt jedoch ganz auf den Münzen, sodass der Eindruck entsteht, uns würde hier ein völlig neues Level vorliegen.

Toad Rally und Kingdom Builder

Die Toad Rally darf man sich als eine Art asynchronen Multiplayer vorstellen, denn ihr stürzt euch hier tatsächlich in einen Wettkampf mit unbekannten Fremden. Ziel ist es, die Toads mit Kunststücken oder besonders vielen Punkten zu beeindrucken und so eurem Königreich anzueignen. Wer die meisten, besten und gewagtesten Tricks durchführt, gewinnt die Rally und kann sich über neue Toad-Bewohner im Pilz-Königreich freuen.

Die Toads könnt ihr im Anschluss nutzen, um euer Königreich zu bauen. Ja, echt: Im Kingdom Builder baut ihr euer eigenes Mario-Reich und füllt es mit neuen Gebäuden, in denen beispielsweise weitere Minispiele enthalten sind, oder dekorativen Objekten. Mit den Minispielen könnt ihr dann beispielsweise Toad-Tickets gewinnen, die ihr wiederum benötigt, um die Rally spielen zu können.

Das ist tatsächlich ein sehr netter Zeitvertreib und erweckte in uns das Spielkind, denn die Objekte sind nur mit einer bestimmten Anzahl angesammelten Toads freischaltbar. Eine Toad-Rally verfügt in der Regel über mehrere unterschiedlich farbige Toads, die jeweils andere Objekte freischalten - je mehr wir von einer Farbe freischalten, desto mehr Gebäude können wir unserem Königreich hinzufügen.

Ein richtiges Mario

Nintendo macht das richtig, was jeder andere Free-2-Play-Titel nicht zu schaffen mag: Es fühlt sich einfach großartig an. Super Mario Run ist grundsätzlich kostenlos spielbar, allerdings sind in der komplett freien Version nur die Toad Rally, der Kingdom Builder und die erste Welt der World Tour verfügbar. Alle weiteren Welten und Inhalte sind nur durch eine Gebühr von 9,99 Euro freischaltbar, doch dabei handelt es sich um einen mehr als akzeptablen Preis.

Denn die rund 10 Euro sind mehr als gut investiert. Super Mario Run ist nicht irgendein billiger Endlos-Runner wie Temple Run oder Subway Surfer, geplagt mit tausenden Mikrotransaktionen. Super Mario Run ist frei von lockenden Käufen, frei von Mini-DLCs, frei von nervigen Popups oder Werbeeinblendungen. Man kann die sehr umfangreiche kostenlose Demo spielen und zufrieden sein oder zehn Euro investieren und ein vollwertiges Mario-Spiel bekommen, das speziell für euer Smartphone entwickelt wurde. 

Super Mario Run machte in den sechzig Minuten, in denen wir die ersten Welten spielen und unser Königreich ausbauen konnten, unfassbar viel Spaß. Einen Nachteil hat der Titel trotzdem: Vor und nach jedem Level muss Super Mario Run mit dem Internet verbunden werden, es besteht also eine Always-Online-Pflicht. Doch das ist verschmerzbar, denn Nintendos Entscheidung wird mit Anti-Piraterie-Ängsten begründet. Die ist nachvollziehbar, soll sie bei Android-Geräten doch bei bis zu 95 Prozent liegen.

Super Mario Run erscheint am 15. Dezember für iPhone und iPad. Eine Android-Version erscheint 2017, ein genauer Termin ist noch nicht bekannt.

Zusatz-Meinung von Franziska Behner

Events bei Nintendo sind immer besonders schön: herzlich und mit dem gewissen Etwas! Ich war überrascht, dass Super Mario Run tatsächlich kein Infinity-Run wird, denn das wäre für mich ein Grund gewesen, es privat nicht zu spielen. Die einzelnen Level erinnern stark an die Zeit von Mario auf dem N64 und wecken auf eine moderne Art und Weise einen nostalgischen Flashback bei mir. Die Level sind zunächst einfach zu bewältigen und für Einsteiger aller Art geeignet, wer allerdings perfektionistisch ist und alle farbigen Münzen will, wird einige Anläufe brauchen. Als typisches Mädchen gefällt mir auch die Möglichkeit, das Königreich nach meinen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.

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