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Games - Im All, in der Natur und auf der Farm - Das Lineup von Focus Home Interactive

Von Wladislav Sidorov - Vorschau vom 11.03.2016 - 19:55 Uhr
Games Screenshot

Dienstag, etwa 4 Uhr - wir bereiten uns auf einen kleinen Trip nach Paris vor, denn dort stellt uns Publisher Focus Home Interactive sein Lineup für 2016 vor. Ein gutes Dutzend an Spielen präsentierte das französische Unternehmen und setzte dabei auf eine abwechslungsreiche Mischung: Wir begeben uns in die Tiefen des Weltalls, kümmern uns um unseren Job als Landwirt und spielen einen ausgeklügelten Kobold, dessen Fähigkeiten vor allem im Bereich des Diebstahls liegen. Vor Ort waren auch die Entwickler von Life is Strange, DONTNOD, die uns erstmals und weltweit exklusiv einen Einblick in Vampyr gaben, dem neuen und vielversprechenden Titel des Studios. Auch einige Indieentwickler waren vor Ort und präsentierten uns ihre Kreationen, mit Seasons After Fall haben wir sogleich unseren Indiehit des Jahres gefunden. Ein Überblick über alles, was bei Focus in den nächsten beiden Jahren so ansteht.

The Technomancer

Mitten auf dem Mars schaufeln sich die Menschen einmal mehr ihr eigenes Grab. Auch in den Weiten des Weltalls schafft es die Menschheit nicht ihren Frieden zu finden, stürzt sich in das nächste Dilemma und zettelt Kriege an, die nie mit Glorie, sondern stets mit blutigem Niedermetzeln gespickt sind. Vor mehreren Jahrzehnten, inzwischen sogar mehr als einem Jahrhundert, brach urplötzlich der Kontakt zur Erde ab. Niemand weiß, was genau auf dem blauen Planeten vor sich geht, die Mars-Bewohner selbst werden langsam ungeduldig. Die Zukunft ist unklar: Die Wasservorräte neigen sich dem Ende zu, die Gesellschaft tritt sich gegenseitig  zurück in die Steinzeit und wirft kein gutes Licht auf mehrere Jahrtausende menschlicher Zivilisation, die nie einen Plan B hat, sondern stets zu Plan A greift: Krieg.

Inmitten des Chaos werdet ihr von einem Sklaven zum Technomancer auserwählt, was einem Sprung von der untersten Schicht der regulären Gesellschaft hin zu einer Eliteeinheit der Oberschicht darstellt. Von der einen zur anderen Seite der zivilen Schere werdet ihr von eurem Mentor mit magischen Fähigkeiten ausgebildet, der die Elektrizität innerhalb seines Körpers zum Angriff nutzen kann. Das Ende des Mars rückt näher und näher und ihr seid der letzte eurer Art, der letzte noch lebende Technomancer, der jetzt Kontakt zur Erde aufnehmen soll. Übrigens: Ihr könnt nur ein Mann sein, eine Geschlechterauswahl besteht nicht.

Die Spielwelt, inspiriert von der ehemaligen und zerfallenen UDSSR, erinnert aufgrund ihres relativ generischen Stils unweigerlich an eine Mischung aus Mass Effect und Dead Space. Stein, Stein, Stein, Stein und Stein scheinen die einzigen Objekte zu sein, die man auf der Oberwelt auffinden kann. Grafisch macht The Technomancer allerdings nicht unbedingt einen schlechten Eindruck, auch wenn die Framerate der PS4-Version stark instabil wirkte und die Animationen nicht sonderlich flüssig, sondern etwas stockig verliefen. Was die Belichtung und die Texturenschärfe angeht scheint aber alles einwandfrei und auf Augenhöhe aktueller Vollpreisspiele zu sein.

Ganz klassisch, es scheint mittlerweile zum Standard zu werden, ist The Technomancer eine Mischung aus Rollenspiel und Shooter: Ihr könnt während eurer Reise durch die Welt zwischen vier unterschiedlichen Klassen wählen - Technomancer, Schurke, Krieger, Beschützer - die mit eigenen Fähigkeiten ausgestattet sind. Dazu kommen fünf Begleiter, über die ihr im Laufe der Geschichte frei verfügen könnt und die sich ebenfalls voneinander unterscheiden. Steigt ihr in eurem Level auf, könnt ihr am Skilltree eure Fähigkeiten weiter verbessern. Hier gibt es eine ordentliche Auswahl an neuen Features zu entdecken, wer sich also gerne hocharbeiten möchte, der wird hier definitiv glücklich. Obendrein gibt es für Loot-Freunde ein umfangreiches Craftingsystem, von dem ihr im Laufe der Geschichte auch lieber Gebrauch machen solltet.

Apropos Geschichte: Entwickler Spiders möchte The Technomancer vor allem "storydriven" gestalten. Ihr progressiert also vor allem in der Erzählung und nicht unbedingt in der eigenen Charakterbildung. Obligatorisch sind inzwischen die nachwirkenden Entscheidungen geworden, die ihr auch in The Technomancer treffen müsst. Diese sollen sich jedoch nicht sofort, sondern verspätet auswirken und geben somit kein direktes Feedback wider.

The Technomancer soll im Mai 2016 für PlayStation, Xbox One und PlayStation 4 veröffentlicht werden.

Battlefleet Gothic: Armada

Mitten im Universum von Warhammer 40K - wir geben zu: mittlerweile wirkt es so, als würde Eigentümer Games Workshop die Lizenz nur noch so hinterherschmeißen - dürfen wir zum Befehlsherrn unserer Raumschiffflotte werden. Entwickler Tindalos Interactive setzt in Battlestar: Gothic Armada auf ein möglichst dynamisches und forderndes Gameplay, das vor allem durch kluges Vorausdenken und einer Menge Taktik geprägt ist.

Battlefleet erzählt seine eher nur nebenbei verlaufende Geschichte in einer coolen Comicoptik und nicht mit aufwändigen CGI-Sequenzen, wobei letztere höchstens beim Zerbersten eines Schiffes zum Zuge kommen. Eure Schiffe, die in verschiedene Kategorien wie Kriegsschiffe und Transporterschiffe unterteilt sind, könnt ihr für den großen Kampf individuell anpassen und vorbereiten. Neben fünf anpassbaren Sektionen wie dem Generator oder den Waffen könnt ihr auch über die Ausbildung und Wahl eures Managements entscheiden, um die Flotte auch kompetent ausstatten zu können. 

Vor jeder Runde, die über eine Karte im Stile des Solarsystems auswählbar ist, könnt ihr die Startposition eurer Schiffe und weitere Konfigurationen vornehmen. Im Kampf selbst wird dies dann ein wenig rundenbasiert, so Romain Clavier, Game Director von Battlefleet. Neben Raketen und Laserstrahlen lassen sich auch Fallen und weitere Objekte platzieren, um die Gegner niederzukriegen. Die Gegner unterscheiden sich ebenfalls stark voneinander und können aus normalen Raumschiffen bestehen, sich teilweise hin und zurück warpen um euren Angriffen auszuweichen oder ein gottverdammtes Ork-Raumschiff sein. Das Ork-Raumschiff wird übrigens kontrolliert von Orks und schießt mit Orks. Ob die Orks mit Orks auch andere Orks angreifen wissen wir nicht.

Battlefleet: Gothic Armada basiert auf der Unreal Engine 4 und soll noch diesen März exklusiv für PC erscheinen. Im Multiplayer werden maximal 2 versus 2 Kämpfe angeboten.

Space Hulk: Deathwing

Yay, noch mehr Warhammer 40K: Auch Space Hulk Deathwing bedient sich an Games Workshops Lizenz und versucht sich möglichst problemlos in das schon umfangreiche Universum einzufügen. Es handelt sich mittlerweile um den zweiten Teil der Reihe, wobei der erste noch von einem gänzlich anderen Entwicklerstudio kreiert wurde. Das neue Studio, Streum On, möchte gleich alles besser machen - und tatsächlich, im Vergleich zum Vorgänger sieht Deathwing deutlich solider aus.

Schnelles Vorankommen ist in Space Hulk: Deathwing ein großes Fremdwort, davon ist hier nämlich keine Rede. In der Haut eines Space Marines bewegt ihr euch nur sehr langsam vorwärts und müsst deshalb bei flinken Gegnern besonders aufpassen. Zum Glück helfen euch inmitten der großen Hallen eure zwei KI-Kumpanen, mit denen ihr die Tiefen der Space Hulks erforschen sollt und die euch so gut wie möglich versuchen Rücken- sowie Flankendeckung zu verschaffen. Auf Wunsch könnt ihr euch mit einigen Freunden im Koop-Modus gemeinsam in das Abenteuer stürzen und so auf die Macht des Computers verzichten. Die Space Hulks, in denen ihr euch tummelt, basieren dabei auf tatsächlichen Raumschiffen.

Ein zurück gibt es übrigens nicht: Es geht nur voran, immer geradeaus, auf der Suche nach dem, was hier passiert ist. Dabei entdeckt ihr neue Waffen und Fähigkeiten, die ihr euch zunutze machen könnt und die euch bei eurer weiteren Reise überaus hilfreich werden. Die Auswahl ist hierbei allerdings recht klassisch gehalten: Es gibt Fernkampfwaffen und Nahkampfwaffen und das war es eigentlich auch schon.

Technisch wirkt Space Hulk: Deathwing absolut einwandfrei. Stimmige Lichtbilder, geprägt durch wuchtige Massen und exotischen Architekturen sorgen für ein echtes Weltraumfeeling. Zusammen mit der Träge eures Raumanzugs bildet sich so eine perfekte Symbiose mit dem All und eine echt interessante Progression.

Space Hulk: Deathwing soll im Laufe des Jahres 2016 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen und basiert auf der Unreal Engine 4.

The Surge

Mitten in Frankreich begeben wir uns zurück nach Deutschland - zumindest teilweise! Der Hamburger Entwickler Deck13, der zuletzt mit Lords of the Fallen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, begibt sich mit The Surge in das Sci-Fi-Universum und einer Zukunftsutopie, in der der Mensch die Kontrolle über seine eigene Kreationen verloren hat.

Was passiert, wenn der Mensch mehr und mehr auf Exo-Rüstungen und technischen Kreaturen setzt, um sein eigenes Talent unglaubhaft stark in die Luft zu katapultieren? Der aktuelle technologische Fortschritt, der weite Teile unseres Lebens und der natürlichen Umgebung einnimmt, nimmt auch in The Surge keinen Halt. So kommt es dazu, dass die Erforschung zum Nutzen mechanischer Wesen weiter vorangetrieben wird, bis irgendwann die Blase platzt. Ihr, als Arbeiter in einer der Fabriken, werdet eines Tages mit ihnen konfrontiert, als sie sich plötzlich eigenartig benehmen. Waren sie zuvor noch neutral eingestellt, sind sie nun nicht ganz so freundlich auf euch zu sprechen und wechseln zum Angriff auf euch und eure Kollegen, von denen nur wenige verschont geblieben sind.

Auf dem Weg in die Sicherheit müsst ihr euch nun den feindseligen Robotern stellen, wobei auch einige Menschen merkwürdigerweise nicht wollen, dass ihr dies schafft. Langsam und methodisch wie beim großen Vorbild Dark Souls müsst ihr euch nun vorarbeiten, wer nur auf die Tasten hämmert, der wird nicht lange überleben. Es gilt: Angreifen, wenn es klug ist, ausweichen, wenn es erforderlich ist, eure Ausrüstung nutzen, wenn ihr geschwächt seid. Beim Angriff dürft ihr euch dann auf einzelne Körperpartien eurer Gegner fokussieren, um Ausrüstung sprichwörtlich von ihnen abzuschneiden. Diese könnt ihr euch dann selbst aufsetzen und so die Rüstung eurer Gegner zu eurem Nutzen umwandeln. 

Den Loot, den ihr dabei bekommt, könnt ihr natürlich mit einem Craftingsystem weiter umwandeln. Ein großer Fokus wird hier deshalb vor allem auf eure Ausrüstung gesetzt, denn an den Stellen, in denen ihr nicht geschützt seid, seid ihr so stark verwundbar, dass schon ein Schlag euer Ende bedeuten kann. Dies gilt auch für eure Feinde, die ebenfalls Schwachstellen aufweisen welche von euch genutzt werden sollten, um sie zu überwältigen. Was den Kampf angeht, werdet ihr jedoch ausschließlich mit Nahkampfwaffen auskommen müssen, richtige Fernkampfwaffen existieren nicht. Zur Freude aller verliert ihr bei eurem Tod keine Ausrüstung, das wäre wohl euer komplettes Ende im ganzen Spiel, sondern nur Erfahrungspunkte.

Auch The Surge sieht grafisch völlig einwandfrei aus und besticht durch sein klar futuristisches und von mechanischen Aspekten geprägtes Ambiente. Kritik fällt dabei aber definitiv auf den von euch gesteuerten Charakter, der absolut leblos wirkt und zu dem sich absolut keine Bindung aufbauen lässt. Die Gegner hingegen fallen durch abwechslungsreiches und gelungenes Design auf, einen können wir bis heute nicht vergessen - aber das wäre an dieser Stelle ein Spoiler.

The Surge soll im Frühjahr 2017 für PlayStation 4, Xbox One und PC erscheinen.

 

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