PlayNation Artikel Far Cry Primal

Far Cry Primal - Die besten Fan-Kurzgeschichten zu unserem Gewinnspiel

Von Patrik Hasberg - Artikel vom 07.03.2016 - 16:41 Uhr
Far Cry Primal Screenshot

Seit dem 23. Februar könnt ihr mit Ubisofts Open World-Titel Far Cry Primal in die Steinzeit reisen, gegen gefährliche Säbelzahntiger kämpfen und riesige Wollhaarmammuts jagen. Passend zum Release haben wir gemeinsam mit Ubisoft ein cooles Gewinnspiel organisiert. Alles was ihr dafür tun musstet, bestand daraus uns eine erfundene Survival-Story zu Far Cry Primal zu schicken. Nachdem wir uns durch mehr als 135 "Kurzgeschichten" gewühlt haben, haben wir nun die glücklichen Gewinner bestimmt. Die drei besten Geschichten haben wir für euch in unserem Artikel zusammengefasst. Vielen Dank für alle Teilnehmer, die unzähligen kreativen Einsendungen und Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner.

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Von Mathias Kästner (Platz 1)

„Das soll es nun gewesen sein? Einfach so? Da hol mich doch der Sägefisch! Und das passiert ausgerechnet mir. Was sollen meine Brüder im Dorf denken, wenn sie mich so sehen würden? Aufgeschlitzt von Fuß bis Knie, liege ich hier auf dem nassen Fels. Und dabei hatte ich immer gehofft, dass mich eines Tages dieser riesige Stampfer mit den langen weißen Hauern im glorreichen Kampf zertritt. Oder mich die gelbe Riesenkatze holt. Oder wenigstens ein großer Stammesfeind seine Keule auf mein Haupt krachen lässt. Ein Ehrentod unter uns Udoks. Wahrhaft würdig in die fruchtbaren Ebenen zu meinen zurückgelassenen Brüdern heimzukehren. Doch Schmach und Schande. Elender Fels. Elendes Wasser! Da rutsch ich aus und schlitz mir das Bein auf, dass der rote Saft nur so aus mir heraussprudelt. Mein Ende. Hier am Wasserfall. Gefressen von einem Rudel räudiger Köter. Die kommen immer, wenn sie leichte Beute wittern. Da hol mich doch…

Nur ein paar zappelnde Fische fangen, hatte ich gedacht. Mit meinem prächtigen Jagdspeer in der Hand und der Sammeltasche auf dem Bauch - gefüllt mit großem Fisch. Ja, das waren meine Gedanken, als ich aus dem Dorf ging. ‚Uang hu!‘ - hatte ich gesagt. Großer Fisch! Verdammte Verständigungsprobleme. Im Kopf geht das gut, doch durch den Mund kommt nur Fäulnis. Aber Udoks verstehen sich gut. Haben sie immer getan. Udoks denken viel und sagen wenig. Dafür aber nur Wichtiges. Für Unwichtiges ist einfach kein Platz.

Mir schwinden anscheinend schon die Gedanken. Mein roter Saft. Mein kostbarer roter Saft! Läuft einfach den Fels hinunter. Ich muss ihn aufhalten. Ja, das ist es! Ich muss ihn aufhalten! Meine großen Hände können viel Saft aufhalten. Zurück zu mir, mein kostbarer Saft. Komm auf meine Haut und fließ in meinen Mund. Gib mir Kraft! Ja, so ist es gut.
Udoks denken viel. Finden immer eine Lösung. Das ist gut. ‚Taran tu Ka!‘ – Geist leuchtet im Kopf!“

Und so kam es, dass der große Adler seine gewohnten Kreise über die zerklüftete Ebene von Ashrok flog und den jungen Krieger der Udoks am Fuße eines Wasserfalls entdeckte. Es mußte ein grotesker Anblick sein, wie ein kräftiger Zweibeiner sein eigenes Blut trank, das in immer dünner werdenden Strömen aus seinem Körper rann. Halb sitzend, halb an einem Fels gelehnt, ging die Hand immer wieder vom Fuß in den Mund. Die Bewegungen schienen mit der Zeit allerdings langsamer zu werden und dann sah es so aus, dass der Udokkrieger innehielt. War er tot? Ist der Geist endgültig aus ihm gefahren?

Rufe. Da waren Rufe zu hören. Leise und fern aber deutlich vernehmbar. Der Adler sah sich um und schlug dabei mit seinen mächtigen Schwingen. Die Rufe mussten aus dem angrenzenden Wald kommen. Er fixierte die Baumreihen und sah, wie drei Männer aus dem dichten Laubdach traten und auf den Wasserfall zuhielten. Doch die Männer kamen nicht aus der Richtung, in der das Dorf der Udoks lag. Sie kamen von den Bergen. Tagaris. Eindeutig. Die Bemalung und der Körperschmuck, die Behänge vieler Tiertrophäen, wie Zähne, Krallen und Ohren waren klare Zeichen der Jägersippe. Die Tagaris waren erfolgreiche und grausame Jäger aber kümmerten sich auch sehr führsorglich um Ihresgleichen. Um Ihresgleichen! Nicht um Stammesfeinde.

Sie hatten den einzelnen Udokkrieger am Fluss noch nicht entdeckt. Aber das war nur eine Frage der Zeit. Dieser bewegte sich zwar nicht und ob sein Tod sicher war, konnte man auch nicht mit Gewissheit sagen. Auch wenn der Udok sie im Stand um Körpergröße und Kraft überragte und einen zähen Gegner abgeben würde, in dieser Verfassung war er ein leichtes Opfer. Da blieb nur zu hoffen, dass sein Geist mittlerweile frei war und er die Jägerbräuche nicht mehr miterlebte, wenn sie kamen und sich das nahmen, was ihre Gottheit von ihnen verlangte.

Die Tagaris schienen es aber nicht auf einen Kampf mit einem Stammesfeind abgesehen zu haben. Wahrscheinlich wussten sie nicht einmal, dass am Wasserfall ein Udok lag. Es sah eher so aus, als ob sie jemanden suchen würden. Kein Jäger lief polternd und rufend durch den Wald, wie aufgescheuchte Stampfer. Jäger waren leise und welche wie die Tagaris hörte man erst, wenn es schon zu spät war, um weglaufen zu können. Das wussten sie auch und waren sehr stolz auf ihr Geschick. Aber nun sahen sie sich immer wieder um und riefen in alle Richtungen etwas hinaus. Lange konnte es nicht mehr dauern, bis sie den liegenden Udokkrieger am Wasserfall entdecken würden.

„Was gäbe ich jetzt für eine Schale Wasser. Eine riesige Schale, mit ganz viel Wasser und einer Umarmung meiner Brüterin. Ja, das wäre schön. ‚Tala kam!‘ Genau so muss das sein. So ist es richtig!“
‚Tukesh!‘
„Mehr Wasser! Nun drück doch nicht so, Brüterin. Bist Du eine wilde Bärin geworden? Was soll das?“
,Tukesh!‘
„Jetzt reiß nicht an mir herum. Hör auf, sonst setzt es was!“
,Tukesh takar Udok!‘

Der junge Udok schlug die Augen auf und benötigte einen Moment, um zu realisieren was dort gerade mit ihm passierte. Er erschrak für einen kurzen Moment. Zwei kleine Männer zogen ihn, jeweils links und rechts, an den Beinen und schliffen seinen massigen Oberkörper über den feuchten Boden. Ein Dritter ging voraus und gab anscheinend die Richtung an. Tagaris!

Der rote Saft, der aus seinem rechten Bein lief, war weitestgehend getrocknet und es floss nichts mehr aus ihm heraus. Er war froh, wieder in der Ebene zu sein, auch wenn die Vorstellung zu seinen gefallenen Brüdern heimzukehren sehr verlockend war, und dankte Ruknak, seinem Kriegsgott, für die Gelegenheit ein paar Stammesfeinde erschlagen zu dürfen. Doch es fehlte dem Krieger die Kraft nun aufzubegehren.

Die Tagaris hatten es anscheinend mitbekommen, dass der Udok erwacht war und hielten in ihrer Bemühung inne, den jungen Mann weiter in ihr Dorf zu ziehen. Sie stellten sich im Halbkreis um ihn herum auf und sahen hämisch in seine tiefbraunen Augen. Ihre eigenen Gesichter kamen dem Udokkrieger wie Fratzen bösartiger Raubtiere vor. Sie hatten sie wie gelbe Riesenkatzen und einer, wie einen Hund mit scharfen Fangzähnen bemalt. Dabei lachten sie, dass ihre Trophäenbehänge klapperten.
‚Takar sot Udok. Trant Tuku kro!‘, sagte einer der Tagaris. Die beiden anderen nickten. Scheinbar hatten sie sich entschieden, ihn nicht weiter in ihr Dorf zu schleppen.

Der Udok verstand die Sprache anderer Stämme nur schlecht. Doch es gab ein Wort, welches für alle  gleichbedeutend war: kro. Tod. Das verstand er und er verfluchte seine momentane Schwäche, welche einen Kampf unmöglich machte. Der große Ruknak hatte ihn doch nicht zurückgeholt, um ihn hier endgültig sterben zu lassen. Der Tagaris, der gesprochen hatte und aussah wie der Hund mit Reißzähnen, zückte ein kleines Steinmesser, welches aber gefährlich scharf geschliffen wirkte.
„Nein!“

Der Udokkrieger versuchte sich zu bewegen, wurde aber mühelos von den beiden anderen Jägern an den Armen festgehalten. Der Tagaris mit dem Messer stellte sich breitbeinig über ihn und hob dieses mit beiden Händen hoch über den Kopf.

„Das soll nicht mein Tod sein!“, dachte der junge Krieger panisch und brüllte laut los. Doch es wirkte nicht. Der Tagaris murmelte ein paar Sätze und schloss dabei die Augen. Dann riss er sie wieder auf und rief die letzten Worte laut aus. ‚Trall gomett!‘ - Hier wird es beendet! Der Udok wehrte sich mit letzter Kraft und es war ihm, als wenn seine angespannten Sinne einen schrillen Schrei vernahmen. Das Messer des Tagaris sauste hinab. Der Krieger bäumte sich auf und mit einem mächtigen Ruck flog der Tagaris samt Messer im hohen Bogen gegen einen nahestehenden Felsen. Sofort waren die Arme des Kriegers frei und sie griffen reflexartig nach seiner kleinen Steinaxt, die am Oberschenkel befestigt war. Der Udok wusste noch nicht, was geschehen sein mochte, doch die Kraft, die sein Überlebensinstinkt freigesetzt hatte, durchströmte ihn mit heilender Wärme.

Er setzte sich auf und sah einen weiteren Tagaris neben ihn ins Gras fallen. Sofort schlug er zu, bevor dieser sich aufrappeln konnte und hörte schon beim ersten Schlag das knackende Geräusch von trockenen Zweigen, als die Axt auf das gemalte Gesicht einer Raubkatze traf. Er drehte sich schnell um, bereit erneut fest zuzuschlagen und dann sah er einen riesigen Vogel, der wie ein wildes Raubtier auf seine Beute einhackte. Die Beute musste der Anführer mit dem Messer gewesen sein. Der Adler hatte seine scharfen Krallen in dessen Bauch gefahren und schlug mit ungeheurer Wucht den spitzen Schnabel in die Brust des Tagaris. Dabei riss er jedes Mal einen kleinen Brocken Fleisch heraus und warf ihn schüttelnd zur Seite. Der Tagaris selber musste schon lange tot sein. Glück für ihn! Blieb nur noch einer übrig. Der Udok sah sich um, konnte den Verbliebenen aber nicht entdecken. Auch lag kein weiterer Körper herum. Also musste dem letzten Tagaris die Flucht gelungen sein. Auch gut. Für heute.

Argwöhnisch betrachtete der verletzte Udok den Adler, der noch immer in den Leichnam des Tagaris hackte und sich scheinbar nicht stören ließ. ‚Allan Kesh!‘ - Gefräßige Bestie. Also beschloss der Krieger seine Kraftreserven zu nutzen und kroch auf allen Vieren hinter einem großen Felsen, um seine Rückkehr zu den Brüdern ins Dorf zu planen…

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