PlayNation Artikel Heroes of the Storm

Heroes of the Storm - Was steckt in Blizzards MOBA?

Von Thomas Wallus - Vorschau vom 18.02.2015 - 10:43 Uhr
Heroes of the Storm Screenshot

MOBAs werden einfach nicht langweilig. Man muss schon Monate und Jahre die gleichen Schlachten schlagen, um mit der Zeit Eintönigkeit in League of Legends oder Dota 2 zu verspüren. Dem Genre selbst schadet das keineswegs, denn wo man seine Laufbahn in einer Online-Arena beendet, beginnt in einer anderen meist schon der Neuanfang. Es ist ein schier nie enden wollender Kreislauf. Jahre nach League of Legends merkte das auch Blizzard und will 2015 endlich mit Heroes of the Storm (HotS) Teil des Phänomens werden statt nur blöder Zuschauer zu sein. Der scheinbare Underdog hat dabei echt gute Karten, denn er beseitigt das entscheidende Problem der großen Zwei.

Die Welt lachte sich ein Wenig ins Fäustchen, als das namhafte Studio hinter Diablo, StarCraft und World of Warcraft mit einer eigenen MOBA irgendwie nicht in die Gänge kam. Ausgerechnet die erfahrenen Spielemacher aus Kalifornien stolperten von einem Gerücht in die nächste Spekulation und mit dem Namen „Blizzard Dota“ über einen Streit mit Valve, ehe man nach „Blizzard All-Stars“ endlich bei Heroes of the Storm ankam. Heute scheint Blizzard routiniert und gefestigt. HotS ist seit Monaten auf beinahe skandalfreiem Kurs in Richtung Release und marschiert von einer Testphase in die nächste. Seit Januar läuft die Closed Beta mit einem tollen Nebeneffekt für das Unternehmen: Der Andrang ist so groß, dass Blizzard erstmals Gründerpakete verkauft, obwohl für den Gaming-Giganten überhaupt kein wirklicher Bedarf besteht.

Was zieht Spieler aus aller Welt in den „Nexus“? Dass hier die bekanntesten Charaktere aus drei Spieleuniversen zusammenstoßen, ist ein Pluspunkt, denn sowohl Diablo 3, StarCraft 2 und World of Warcraft haben noch starke Nutzerzahlen und viele Fans, die von einem Gastauftritt ihrer Lieblingshelden in einer MOBA gerne hören. Langfristig bringt das Blizzard aber wenig, denn Spieler, die alleine dadurch zufriedenzustellen sind, dass sie die Form von Thrall, Sylvana, Raynor oder Diablo annehmen können, gibt es nur selten. Will man Heroes of the Storm eine Erfolgsgeschichte voraussagen, so muss man schon unter die Oberfläche dieses Marketing-Tricks tauchen.

Besonders tief muss man hierfür nicht kommen, denn HotS ist eher frei von Tiefgang. Zahlreiche Elemente, die League of Legends oder Dota 2 schwer meisterbar machen, streicht die neue kostenlose MOBA einfach ein. Das fängt bei Kleinigkeiten an: Weder steigen einzelne Spieler individuell im Level auf, denn HotS regelt den Fortschritt des Teams über Gruppenerfahrung, noch kommt es darauf an, bei den Creeps den letzten tödlichen Schlag für den Erhalt von Gold zu machen. Denn auch einen Shop für Charakter-Items hat Blizzard ausgelassen. Den Spielstil zu individualisieren, indem in jeder Partie andere Charakterwerte durch Gegenstände verbessert werden, funktioniert daher nicht. Zu seinem eigenen Vorteil erscheint HotS deutlich abgespeckt. Eine Casual-MOBA von einem ambitionierten Entwickler fehlt dem Markt tatsächlich noch, nun da S2 Games mit seiner neuen Online-Arena Strife etwas zu bunt und kuschelig zu werden droht. Blizzard prescht in diese Lücke und erlaubt es so Anfängern und ambitionierten Spielern gleichermaßen, Spaß zu haben.

Wenn man einer MOBA abspricht, auf komplexes Gameplay zu verzichten und man festhalten muss, dass zur Zeit „nur“ 34 Helden zur Auswahl stehen, die auch noch für echtes Geld oder virtuelles Gold freizuschalten sind, dann bleibt einer MOBA scheinbar nur noch wenig Inhalt. Die Angst ist unbegründet, denn nur weil etwas nicht komplex oder umfangreich ist, ist es noch lange nicht einfach und eintönig. Alleine wegen des neu hinzugestoßenen Wikinger-Trios, dessen Charaktere gleichzeitig zu steuern sind, prasseln Schweißperlen neben das Gaming-Keyboard. Auch findet etwas Individualisierung statt, sobald die Spieler auf Stufe 1, 4, 7, 10, 13, 16 und 20 jeweils vor der Wahl zwischen verschiedenen Skills und deren Verbesserung stehen. Zusammengefasst erreicht Blizzard in einem strategischen Onlinespiel leichter als andere Studios genau das, woran manch anderer eben scheitert: Es kommt in HotS auf die spielerischen Fähigkeiten des Einzelnen an und nicht darauf, wer in den letzten 200 Partien den Shop auf der Karte besser studiert hat. Irgendwie ist HotS also doch pures, actionorientiertes Gameplay.

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