PlayNation Artikel World of Warcraft

World of Warcraft - Erinnerungen: Vanilla-WoW, das Urspiel

Von Christian Liebert - Special vom 06.12.2014 - 15:05 Uhr
World of Warcraft Screenshot

Willkommen zu einem weiteren Stopp in unserer Zeitreise. Nachdem wir euch in der letzten Woche die Entwicklung von World of Warcraft während der Alpha und Beta gezeigt haben, geht es nun richtig los! Am 23. November 2004 ist WoW in den USA erschienen, wir Europäer mussten noch bis zum 11. Februar 2005 warten und sind demnach knapp vier Monate später eingestiegen. Das Urspiel bietet eine unglaubliche Fülle an Erinnerungen, weshalb wir uns lieber auf das Wesentliche konzentrieren, damit wir euch nicht mit endlosen Textmengen langweilen. Viel Spaß mit der Zeit vor der ersten Erweiterung - es wird wieder spannend!

Der Release von World of Warcraft

Wie im Eingang bereits erwähnt erblickte World of Warcraft am 23. November 2004 das Licht der Welt und startete in der Version 1.1.0 in den USA. Schon im ersten Monat konnte Blizzard gigantische Spielerzahlen von 200.000 aktiven Accounts melden. Klingt wenig? Sicher, im Vergleich mit heutigen Maßstäben würde man WoW eher als einen Flop bezeichnen, aber 2004 tickten die Uhren noch anders. Warum das so war, erklären wir euch gleich. Zuvor aber eine sehr interessante Rand-Notiz: Wusstet ihr, dass World of Warcraft seiner Zeit harte Konkurrenz hatte? Auch wenn sich Blizzards MMO sehr schnell als Genrekönig etablieren konnte, gab es einige Nebenbuhler, die nicht zu verachten sind.

Dazu gehörte zum Beispiel EverQuest 2, der wohl ärgste Konkurrent von World of Warcraft. EverQuest war damals ein ziemlich beliebtes MMORPG und auch das erste in der westlichen Welt, das ernsthafte Schlagzeilen schrieb. Zum einen umfasste die Community von EverQuest weit über 100.000 Spieler, was schon mal eine ziemliche Masse war (für diese Zeit, wohlgemerkt). Zum anderen sorgten viele Negativberichte über Suchterscheinungen und Selbstmorde wegen Spielangelegenheiten für Aufmerksamkeit am noch jungen Spielegenre. EverQuest war unglaublich bekannt und daher galt sein eigener Nachfolger auch als der Top-Anwärter für den MMO-Thron. Es war ein hartes Rennen und schon damals hinkte es bei WoW an der Grafik. Die sah nämlich bei EverQuest 2 um einiges besser aus, fraß aber auch mehr Performance, was bei vielen Fans zu miesen Rucklern und schließlich auch dazu führte, dass World of Warcraft seinen Siegeszug feierte.

Aber EverQuest 2 war damit nicht vom Tisch. Das MMO von Sony Online hielt sich viele Jahre lang tapfer mit einem Abo-Modell und ist heute als kostenloses Onlinespiel immer noch recht beliebt.

Startprobleme

Der Release von WoW war, egal ob in den USA oder in Europa, mit einigen unschönen Faktoren geprägt, die man sich heute kaum noch vorstellen kann. Okay, die Server waren überfüllt, so was kennt man ja, aber damals machten andere Probleme weitaus mehr Sorgen. Vielen Veteranen wird in dieser Zeit vor allem der Fehler „132“ ein Begriff sein. Den gibt es zwar heute auch noch, aber zum Release war er allgegenwertig und oft unlösbar. Warum? „Error 132“ ist eine Fehlermeldung, die anzeigt, dass World of Warcraft aus einem unbekannten Grund abgestürzt ist. Es war also ein Fehler, für den Blizzard keine Lösung hatte.

Oft hing dieser mit der Hardware zusammen, denn WoW war damals ein ziemlicher Schluckspecht, auch wenn das die Optik nicht vermuten lies. MMOs sind ja generell immer etwas lastiger, da neben der Spielwelt ja auch noch viele Hundert Mitspieler geladen werden müssen und eine durchgängige Kommunikation mit dem Server stattfindet. Prozessoren mit über 3 Gigahertz und Arbeitsspeicher über 512 MB waren da schon Pflicht, ebenso wie eine Grafikkarte mit mindestens 128MB Speicher. Mit dazu kam die Tatsache, dass Windows XP lange nicht Standard auf allen PCs war.

Auch ein großes Thema und allgegenwertiger Feind vieler Onlinespiele: Das Internet. Während heutzutage die meisten Haushalte in Deutschland mit DSL versorgt sind, war dies vor 10 Jahren noch kein Standard. Viele nutzten noch ISDN oder gar ein schlichtes Modem, was zusätzlich noch exorbitante Telefonrechnungen erzeugte und eben auch ein Grund für die damals noch „geringen“ Spielerzahlen war.

Wobei „gering“ das falsche Wort ist. Als World of Warcraft in Europa erschien, konnte man bereits die 1-Millionen-Spieler-Grenze knacken. Trotz des Abo-Modells, dass, so die Meinung vieler „Experten“, WoW scheitern lassen würde. Ja, schon damals gab es die Diskussion über die monatlichen Kosten.

Der erste Onyxia-Kill

Während es heute gerade mal einen Tag dauerte, bis der neue Schlachtzug Hochfels gecleart wurde, hing man früher oft Monate an einem Boss. Onyxia zum Beispiel. Die olle Drachendame war neben dem Geschmolzenen Kern der erste Raid in WoW und definierte lange Zeit das härteste Endgame. Es dauerte rund drei Monate, bis sie das erste Mal im Staub lag. Allerdings muss man mit dazu sagen, dass in jener Zeit noch 40 Spieler notwendig waren, um sie zu töten und diese erst mal ihren Weg auf Stufe 60, plus hochwertige Ausrüstung, finden mussten. Über die komplette Laufzeit von Vanilla-WoW wurde sie regelmäßig von Raidgruppen besucht und war nicht in jedem Fall ein Freeloot.

Gerade ihr „Tiefer Atem“, der den ganzen Schlachtzug auslöschen konnte, sorgte für wilde Spekulationen, da es kein erkennbares System gab, wie er ausgelöst wurde. Es rankten sich viele Theorien darüber. Große Bekanntheit erlangte das Video „Onyxia Wipe Animation“, das einen cholerischen Raid-Anführer zeigt, der seine Truppe gehörig zur Sau macht und ihnen unsanft die Taktik hinter diesem Bosskampf erklärt. Leider ohne Erfolg.

WEITER ZU SEITE 2

SEITENAUSWAHL

KOMMENTARE

News zu Resident Evil 2

LESE JETZTResident Evil 2 - Zahlreiche neue Details zum kommenden Remake