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ArcheAge - Wie sich ein Spiel selbst kaputt macht

Von Pierre Magel - Special vom 04.12.2014 - 17:23 Uhr
ArcheAge Screenshot

Schon lange konnte mich kein MMORPG mehr so fesseln, wie es ArcheAge geschafft hat. Von Beginn an war ich fasziniert von der Grafik, konnte mich prima mit dem Kampfsystem und den Quests anfreunden und hatte meinen Spaß mit den großzügigen Freiheiten, die ein Sandbox-MMORPG eben bietet. "Das magste, da bleibste" dachte ich mir und eigentlich ist das Spiel noch immer gut, als Spieler ist man nur langsam extrem angenervt von all den Problemen, die der Titel in letzter Zeit erfahren hat. Serverausfälle ohne Ende, massenweise Exploits und ein scheinbar überforderter Publisher - das ist zuviel. In diesem Artikel ziehe ich Bilanz und fasse die Probleme seit Release des Spiels zusammen. Viel "Spaß"!

Warteschlangen - der Beginn einer Odysee

Zugegeben, die Warteschlangen sind eigentlich Geschichte, doch damit hat alles angefangen: Tage und sogar Wochen nach Release des MMORPGs musste man entweder tief in der Nacht spielen oder mehrere Stunden Wartezeit in Kauf nehmen, bis man überhaupt mal in das Spiel reinschauen durfte. Ich bin generell absolut dafür, wenn Entwickler sagen, dass sie Server lieber knapp bemessen, weil diese sonst nach kurzer Zeit komplett leer sind - aber das, was Trion Worlds da gemacht hat, ist definitiv nicht die richtige Wahl gewesen. Viel zu spät und viel zu zaghaft wurden Server hinzugefügt, sodass das Resultat war, dass die Warteschlangen nur sehr langsam bis fast gar nicht weniger wurden. Dabei sind die Teams hinter ArcheAge gewiss nicht unerfahren und hätten die Situation eigentlich besser einschätzen müssen. Der Frust der Spielerschaft ist da leider absolut verständlich.

Bots, Bots und.. Bots!

Als die Server von ArcheAge endlich "liefen", machte sich schon das erste große Problem breit: Bots. Anscheinend war es gar nicht mal so schwer, ein Computerprogramm das eigene Spielen ünerhemen zu lassen - mit mehreren Accounts gleichzeitig. Das führte sogar dazu, dass viele Grundstücke für das Housing blitzschnell vergeben waren - immerhin ein Kernfeature bei ArcheAge. Zwar brüstete sich Trion Worlds damit, mehrere Tausend Spieler zu bannen, aber in den ersten Wochen gab es fast kein anderes Thema als Bots. Überall nur Bots.

Der misslungene Start von Auroria

Wie sehr haben sich die Spieler auf den Start des Nordkontinents Auroria gefreut. Endlich gigantisches PvP, große Burgen, mehr Platz fürs Housing und zahlreiche neue Gebiete, die für noch mehr Abwechslung sorgen sollen. Vor allem Progress-Gilden haben sich tagelang auf den Start vorbereitet, all ihre Spieler zusammengetrommelt und waren soweit, als erste Truppe auf dem Kontinent zu landen und sich ihren Teil zu schnappen - soweit so gut. Kurzfristig musste der Release dann aber doch verschoben werden, in Europa peilte man eine eine extrem ungünstige Zeit (mitten am Tag) an. Weitere Probleme und Verzögerungen folgten. Im offiziellen Forum sammelten sich die Beschwerdeposts und so sah sich das Team gezwungen zu reagieren. Man legte den Start auch für Spieler aus Europa auf eine vernünftige Zeit und hoffte, dass dieser dann wenigstens reibungslos über die Bühne geht. Leider folgten zahlreiche Verbindungsabbrüche und die neugewonnenen Housing-Gebiete waren schnell durch Bots und Hacker besetzt worden, ehe überhaupt ein Spieler einen Fuß auf das neue Gebiet setzen konnte. Seitens Trion Worlds kamen nur fadenscheinige Entschuldigungen und das Versprechen, in Zukunft alles besser zu machen. Leider wurde hier erneut viel Potenzial liegen gelassen und letztendlich hinterlässt der Start eher einen negativen Beigeschmack.

Hackshield - Gefahrenquell statt Sicherheitssystem

Spielt man ArcheAge über den offiziellen Launcher, so macht man automatisch Bekannschaft mit der Sicherheitssoftware Hackshield. Diese soll eigentlich dafür sorgen, dass Viren, Hacker und andere Störenfriede aus den Spielen bleiben und man als ehrlicher Fan des Titels seinen uneingeschränkten Spaß haben kann. Leider ist bei ArcheAge momentan quasi das Gegenteil der Fall: Die meisten Hacker, selbst jene, die über ihre Methoden philosophieren oder einfach nur theoretisch wissen, wie man Lücken im Sandbox-MMORPG ausnutzen könnte, nennen das Hackshield-Programm als erste Anlaufstelle. Scheinbar sind die dortigen Schwächen extrem einfach und effektiv auszunutzen - erst vor kurzer Zeit ist es einem Spieler sogar ohne große Mühe gelungen, die Server des Spiels zu beliebigen Zeiten offline zu nehmen (was eigentlich nur Trion können sollte). Nicht zu unrecht kritisieren schon lange zahlreiche Spieler verschiedenster Titel mit Anbindung an Hackshield das System, welches hinter der Technik steckt. Möglicherweise wäre es ein vernünftiger Schritt, das spieleigene Programm zu überdenken und auf ein neues Pferd zu setzen. Lieber spät als nie.

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