Games: Mobile-Gaming auf dem Vormarsch?

Von Christian Liebert am 18.01.2013 - 13:05 Uhr

Vor 15 Jahren waren Handys nur zum Telefonieren gut und hatten diese tolle Option, dass man kurze Textnachrichten, die sogenannten SMS, verschicken konnte. Mit dem simplen Zeitvertreib Snake wurde ein erster Schritt in Richtung Entertainment getan und der Ansatz von einem Videospiel auf das mobile Telefon gebracht. Obwohl das Gameplay damals noch an erste Automaten-Spiele aus den frühen 1980ern erinnerte, zeigte sich schnell, dass grundlegendes Interesse an einer solchen Plattform vorhanden ist. Warum auch nicht? Handys wurden damals immer populärer, jeder hatte plötzlich so ein Gerät und der Bedarf galt nicht mehr nur reinen Kommunikations-Optionen. Mit der Einführung der Apps, die vor allem von Apples iPhone vorangetrieben wurde, nahmen die Handys immer neue Gestalten an und verwandelten sich in Smartphones, einer neuen Generation mobiler Telekommunikation, deren technische Entwicklung immer weiter voranschreitet. Wo früher kleine Jump'n Runs der Wartezeit-Überbrückung dienten, finden heute komplexe Games Platz, die ihrem Namen alle Ehre machen. Aufwendige 3D-Grafik, Zwischensequenzen in HD-Qualität und eine butterweiche Steuerung zeichnen einen Trend ab, der immer größeres Interesse und Beachtung findet. Werden Smartphones zur Konkurrenz für klassische Handhelds wie den Nintendo 3DS oder die PlayStation Vita? In unserem Special zeigen wir euch, was diese neue Generation Games auf dem Kasten hat und mit welchen Barrieren immer noch gekämpft wird.

Evolution schafft neue Plattformen

Hätte man Ende der 1990er daran gedacht, dass der neue Trend der Handys – wie Mobiltelefone in Deutschland fälschlicherweise bezeichnet werden - in in Richtung Gaming gehen würde, hätte man beim damaligen Angebot und den technischen Möglichkeiten seiner Zeit müde gelächelt. Heute ist das anders, Bedarf schafft Ideen und diese sorgen wiederum für Weiterentwicklung. Wenn man also merkt, dass primitive Games wie Snake so viele Menschen begeistern, dann erschafft man Möglichkeiten, dieses Konzept zu verbessern. Dies geht zwangsläufig nur durch das Integrieren stärkerer Hardware, die aber auch wieder neue Möglichkeiten für frische Produkte hervorbringt. Ein ewiger Kreislauf, an dessen derzeitigem Punkt wir derzeit stehen und unseren Augen nicht trauen. Wo vor ein paar Jahren gerade mal Game-Boy-Optik möglich war, präsentieren aktuelle Geräte plötzlich Spiele, die mit gestochen scharfer HD-Grafik, einer eindrucksvollen Soundkulisse und umfangreichem Gameplay brillieren. Das alles auf einem Gerät, das sich früher nur zum Telefonieren eignete. Smartphones und Tablets machen es möglich. So staunt man nicht schlecht, wenn einem die Android- und iOS-Version von Dead Space vor Spannung die Nackenhaare aufsteigen lässt, man bei hitzigen Autorennen in Need for Speed: Most Wanted mitfiebert oder sich bei Dead Trigger durch Horden von Zombies ballert. Dabei kommen diese Games ohne reguläre Controller oder Tasten aus. Alles funktioniert bequem über das Touch-Eingabefeld des jeweiligen Gerätes. Die Auswahl deckt so gut wie alle Genres ab und beherbergt neben bekannten Franchises auch etliche neue Titel. Interessant ist dabei vor allem der Preis. Während man für ein durchschnittliches Spiel für den 3DS oder die PS Vita immer noch um die 40 Euro zahlt, bekommt man die meisten Games für Android und iOS schon für um die fünf Euro. Schnäppchen möchte man meinen. Allerdings hat man dafür auch mit einigen Entbehrungen zu leben, wie wir euch nachher noch zeigen werden.

Auf dem Smartphone genauso gruselig wie das Original: Dead Space für iOS und Android.

Jetzt schreiben wir hier schon wieder nur von den großen Namen, den üblichen Verdächtigen der Gaming-Industrie. Dabei waren es gar nicht EA oder Rockstar, die diesen Trend vorangetrieben haben. Der Ursprung liegt bei ganz anderen Spielen, die vor allem mit ihren einfachen Konzepten die Massen begeisterten. Snake war seiner Zeit nur der Anfang, aber zeigte auch gleichzeitig, was die Konsumenten wollen: schlichten Zeitvertreib mit Dauerbrenner-Garantie. Fast jeder Zweite hat schon Titel wie Angry Birds, Doodle Jump oder Fruit Ninja gespielt. Einfache Ideen, die mit ihrem zwar repetitiven, aber dennoch fesselndem Gameplay punkten konnten. Mittlerweile hat sich schon ein wahrer Kult um diese und andere Mobilegames entwickelt. Dabei erinnern sie spielerisch eher an Automaten wie Space Invaders oder Asteroids. Es geht darum, ein Level zu absolvieren oder immer wieder den Highscore zu knacken. Immer neue Versionen und Erweiterungen sorgen für unnachlässigen Spielspaß, der seit Jahren begeistert. Ein Hype war geboren, der den Weg für eine neue Generation Games ebnete.

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