PlayNation Artikel RIFT

RIFT - Zu Besuch bei Trion Worlds - unser Reisebericht

Von Thomas Wallus - Special vom 10.04.2012 - 13:25 Uhr
RIFT Screenshot

Es gibt sie nach wie vor, die seltenen Momente der Überraschung. Dabei verhält es sich mit ihnen eigentlich so, dass man glaubt, je älter man würde, desto weniger begeisterungsfähig sei man. Ist es zudem noch der eigene Chef, der mit seinem Anruf die Tatsachen dreht und Unerwartetes ausspricht, dann begibt man sich auf den Gipfel der Verwunderung. Zugegeben, man darf sich als Online-Redakteur eines Spielemagazins über manchen Luxus freuen, in dessen Genuss viele Spieler gerne kämen, und dazu gehört dann wohl scheinbar neben Besuchen auf der gamescom auch der ein oder andere Besuch in den Studios der Spieleentwickler. Dieses Mal zog es uns in die heiligen Hallen von Trion Worlds, die zur Präsentation von RIFT 1.8 und End of Nations luden. Ehe wir euch in den nächsten Tagen mit exklusiven Einblicken in die Spiele selbst versorgen, nehmen wir euch mit diesem Tagebuch mit auf eine kleine Reise ins sonnige Kalifornien, wo am Rande des Silicon Valley in Redwood City Spiele für den Online-Markt entstehen.

Gedächtnis-Blackout am frühen Morgen

Auch wenn das Ziel klar ist und die Vorfreude groß - in Anbetracht von mehr als 20 Stunden Reisezeit vergeht einem so manche Lust.

Welcher Teil meiner verkorksten Persönlichkeit hat mich eigentlich zur Zusage motiviert? Ich bin mir darüber am frühen Morgen des 2. Aprils noch recht unsicher, ein Blick auf den Wecker verrät zudem 3.30 Uhr. Unumstritten scheint mir allerdings die Tatsache, dass genau dieser Teil des Gehirns die aus dem Handy strömenden Schallwellen ignoriert - eiskalt. Statt der Freude als RIFT-Spieler eine einzigartige Chance wahrnehmen zu dürfen,  lenken mich das Pflichtbewusstsein und der Gedanke, ein Arbeitsvertrag impliziere trotz gefühlt unendlicher Freiheiten eine gewisse Verlässlichkeit, in Richtung Bahnhof mit Zwischenstation zum Halbschlaf im Badezimmer. 

Was folgt, sind 150 Minuten der Langeweile und der gewohnt überzeugende Service der Deutschen Bahn, der sich in der Frage nach der Fahrkarte äußert. Immerhin steht man schon wenige Schritte nach dem Ausstieg vor den riesigen Tafeln des Frankfurter Flughafens, Rolltreppen sei dank. Dabei lässt man eine Standard-Station eines solchen Abflug-Marathons nach der anderen über sich ergehen und langsam ergreift einen auch die Freude, dass sich die Organisation bei Trion Worlds und der verantwortlichen deutschen Presseagentur mit kurzfristig gebuchtem Direktflug sehen lassen kann. Nicht so präsentierfreudig zeigt sich der neue Airbus A380. Trotz riesiger Glasfront in der Wartehalle, streckt er nur einen Teil seines Triebwerks ins Blickfeld. Stolz ist man in Frankfurt und bei der Lufthansa auf den Riesenvogel, der sich nach dem Boarding auch von innen inspizieren lässt. Technisch mit persönlichem Unterhaltungsprogramm ausgestattet, täuscht nichts darüber hinweg, dass sich Komfort schwer herstellen lässt, denn Decken, Kissen und Kopfhörer auf Sitzen der Economy Class sind ein logistisches Problem, muss man doch zunächst irgendwie Freiraum schaffen, wo keiner ist. Da hilft es auch nichts, Geschäftsleute neben sich zu wissen, deren Manieren im Meeting wohl akzeptabel sein könnten, welche aber beim einheitlichen Verdrücken einer halben Schokoladentafel oder Runterkippen eines Cola-Glases aufhören.

Die Frage ist, ob man bei Ankunft am Reiseziel direkt ins einladende Hotelbett fällt oder sich ein bischen in der Übergangs-Heimat umsieht. Wir haben uns für letzteres entschieden.

Willkommen in Liberty City

Irgendwann - und sei es nach einer halben Ewigkeit - enden allerdings auch die erdrückendsten Stunden. Schnell raus aus dem Flugzeug, sich die Beine vertreten, das muss in diesen Minuten der Plan sein. Doch nach wenigen Schritten blickt man in weite Ferne. Man hätte ahnen können, dass auf das Flugzeug ein Flughafen mit riesigem, nahezu unendlichem Gang und Fußmarsch folgt. Führt der Weg etwa nach Kanada? In diesem Fall nicht, so viel steht fest, doch selbst am Ende des Tunnels empfängt man einen nicht mit offenen Armen. „Finally home, I love America!“ geben nahegelegene Geschöpfe noch kurz von sich.

WEITER ZU SEITE 2

SEITENAUSWAHL

News zu Netflix

LESE JETZTNetflix - Die neuen Serien und Filme im Mai